Das ist der Unterschied zwischen Bandscheibenvorwölbung und Bandscheibenvorfall


Es ist eine sehr häufige Diagnose, wenn es um Rückenschmerzen geht: Der Bandscheibenvorfall (=Discusprolaps) und die Bandscheibenvorwölbung (Discusprotrusion). Oft kommt es zur Verwechslung, im Internet gibt es oft widersprüchliche Darstellungen. Die exakte Diagnose ist jedoch sehr wichtig, da es 2 unterschiedliche Veränderungen sind und es Unterschiede in der Behandlung gibt


Um den Unterschied zu verstehen, ist eine Erklärung des Aufbaus einer Bandscheibe notwendig: Die Bandscheibe ist der "Stoßdämpfer" zwischen den Knochen der Wirbelsäule. Die Bandscheibe besteht aus einem knorpeligen Ring (Anulus fibrosus) der im Zentrum eine gallertartige Masse enthält (Nucelus pulposus).


Bei einem Bandscheibenvorfall (Discusprolaps) kommt es zu einem plötzlichen Riss der Knorpelringes und es wird der gallertartige Kern hinausgedrückt. Durch diese plötzliche Raumforderung wird ein Nerv eingezwickt.


Es entstehen plötzlich Schmerzen im Rücken und Bein. Es ist meist eine Bandscheibe im Kreuz betroffen (L4/5). Der Körper erkennt das Problem und es werden Mechanismen

gestartet, die den Bandscheibenvorfall auflösen. Gerade am Anfang ist zunächst Ruhe und später Spazierengehen wichtig, sonst kann der Heilungsprozeß gestört werden. Ein Beginn mit anstrengender Physiotherapie ist daher nicht sinnvoll. Eine Schmerzmedikation ist ca 4-5 Wochen notwendig, nach ca 8-12 Wochen ist der der Bandscheibenvorfall geheilt. Eine Operation ist nur selten notwendig.



Bei der Bandscheibenvorwölbung (Discusprotrusion) kommt es nicht zu einem Riss der Knorpelrings. Die Ursache ist eine Höhenabnahme der Bandscheibe, bedingt durch den Wasserverlust im Kern im Laufe des Lebens. Eine Bandscheibenvorwölbung entsteht NIE plötzlich sondern langsam.

Es hängt vom Ausmaß der Vorwölbung einerseits und von der Weite des Nervenrohrs andererseits ab, ob Schmerzen auftreten.


Die Diagnose ist diesbezüglich schwierig, weil meist die liegende Magnetresonanzaufnahme nicht das Ausmaß der Einengung darstellen kann. Es ist das stehende Röntgen mit speziellen Beugeaufnahmen, die der Schlüssel zur Diagnose darstellen. Genauso wie die Diagnose etwas komplizierter bei der symptomatischen Discusprotrusion ist, so ist die Verbesserung der Schmerzsymptomatik schwieriger. Bandscheiben sind leider nicht rekonstruierbar. Der eingezwickte Nerv muß mit speziellen Rückenübungen wieder entlastet werden. Ein Rehaprogramm ist sinnvoll. Das Hohlkreuz muß verringert werden. Schmerztherapien mit röntgengezielten Infiltrationen sind meist notwendig. Eine Operation ist deutlich häufiger notwendig, als beim Bandscheibenvorfall.


Daher ist es ratsam, Rückenschmerzen von einem Rückenspezialisten abklären zu lassen, bevor Sie mit Therapien beginnen.


Wir helfen Ihnen gerne, wir sind ein Team von Rückenspezialisten.


OA Dr. Philipp Becker und das Team des Rückenschmerzpunkt Wien



24 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
 

Abo-Formular

Vielen Dank!