Der Mythos der springenden Bandscheiben

Aktualisiert: 20. März


Unsere Wirbelsäule besteht aus 24 knöchernen Wirbelkörpern. In jedem Zwischenwirbelraum liegt fix verankert eine Bandscheibe, bestehend aus einem äußeren Kollagenfaserring und einem weichen geleeartigem Kern – quasi ein Kollagenpolster mit Wasser befüllt. Mit einer Höhe von 3-10mm pro Bandscheibe sind sie einerseits ein nicht unerheblicher Anteil der Körpergröße und haben ihre Hauptfunktionen in der Beweglichkeit und Stoßdämpfung der Wirbelsäule. Stabilisiert wird die Wirbelsäule von der umliegenden Muskulatur.

Eine fixe Verankerung der Bandscheibe an den Wirbelkörpern verhindert ein Verrutschen oder „Herausspringen“ dieser. Einerseits durch den natürlichen Alterungsprozess und andererseits durch Fehlbelastungen im Alltag und durch fehlende muskuläre Aktivität kann es zu degenerativen Veränderungen im Bereich der Bandscheiben kommen. Dies führt dazu, dass der Kollagenfaserring porös wird und es zu einer sogenannten Protrusion (Vorneigung) oder einem Prolaps (Vorfall) der Bandscheibe kommt. Vorstellen kann man sich dies wie eine Blase die zwischen den Wirbelkörpern hervortritt und die durch kleine Risse Flüssigkeit verliert, welche umliegende Nerven tangieren kann.

Wichtig ist: Eine Bandscheibenvorwölbung beziehungsweise ein Vorfall kann aber MUSS sich nicht in Beschwerden äußern!

Treten blitzartige Schmerzen nach dem Heben einer schweren Kiste, oder anhaltende Schmerzen die bis in die Zehen ausstrahlen auf, oder haben Sie das Gefühl wie auf Watte zu gehen können dies Anzeichen einer Bandscheibenproblematik sein. Eine Bildgebung kann Klarheit über den Status quo der Bandscheiben aber auch umliegenden Muskulatur geben.

Durch Mobilisation, Propriozeption und gezieltem Training der wirbelsäulenumliegenden Muskulatur können Bandscheiben nachhaltig entlastet und Beschwerden gelindert werden.


Birgit Binder und das Team des Rückenschmerzpunkt Wien

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